Glossar

A

Arbeitsunfall

Ein Arbeitsunfall ist ein Unfall, den eine über die Berufsgenossenschaft versicherte Person (=Mitarbeiter) während ihrer versicherten Tätigkeit erleidet.

Arbeitsunfallanalyse

Eine Arbeitsunfallanalyse ist eine rückwirkende Betrachtung eines Unfallereignisses. Hier werden Gründe und Ursachen für einen eingetretenen Arbeitsunfall untersucht und Maßnahmen daraus abgeleitet, um gleichartige Unfälle dieser Art zu vermeiden. Gemäß Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der Unternehmer dazu verpflichtet.

B

Baustellenordnung

Die Baustellenordnung beinhaltet Vorgaben, wie man sich auf der Baustelle zu Verhalten hat und wird entweder vom Bauherren selbst oder einem Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator erstellt. Sie dient der Verbesserung der Arbeitsabläufe und der Sicherheit auf Baustellen.

Betriebliches Eingliederungsmanagement

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist die Pflicht des Arbeitgebers nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX), falls ein Mitarbeiter innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig war, unter Beteiligung des Arbeitnehmers und des Betriebsrats/Personalrats und Betriebsarzt zu klären, wie die Arbeitsunfähigkeit überwunden werden kann und mit welchen Maßnahmen eine erneute Arbeitsunfähigkeit verhindert werden kann. Weiters Ziel ist es, langfristig den Arbeitsplatz zu erhalten.

Betriebsanweisung

Eine Betriebsanweisung ist ein Dokument, dass die Beschäftigten über die Gefährdungen und die daraus resultierenden Schutzmaßnahmen informiert. Verschiedene Vorschriften verlangen die Erstellung solcher Betriebsanweisungen (Gefahrstoffverordnung, Biostoffverordnung, Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung). Sie ist immer auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung zu erstellen.

Brandklasse

Man unterscheidet verschiedene Arten von Bränden. Hierzu teilt man die brennbaren Stoffe in so genannte Brandklassen ein. A für Feststoffe, B für flüssige oder flüssig werdende Stoffe, C für Gase, D für Metalle und F für Speisefette.

Brandschutzbeauftragter

Der Brandschutzbeauftragte ist eine vom Unternehmer speziell ausgebildete und schriftlich beauftragte Person, die im Betrieb Brandschutzaufgaben wahrnimmt. Der Brandschutzbeauftragte kann aber auch durch einen externen Dienstleister gestellt werden. Der Fokus liegt auf dem vorbeugenden Brandschutz. Notwendigkeit und Pflicht zur Bestellung eines Brandschutzbeauftragten ergeben sich unter anderem aus dem jeweiligen Landesbaurecht, privatrechtlichen Verträgen (Versicherer) oder durch Vorgaben der Baubehörde bei Sonderbauten.

Brandschutzhelfer

Ein Brandschutzhelfer ist eine speziell ausgebildete und vom Unternehmer beauftragte Person, die im Notfall (=Brand) spezielle Aufgaben im Brandschutz übernimmt. Hierzu zählen unter anderem Löschversuche von Entstehungsbränden ohne Eigengefährdung durchzuführen und den Brandschutzbeauftragen zu unterstützen.

Brandschutzkonzept

Ein Brandschutzkonzept umfasst die gesamte Brandschutzplanung eines Gebäudes oder einer baulichen Anlage. Es ist immer dann erforderlich, wenn von baurechtlichen Anforderungen abgewichen werden soll oder es sich um ein Gebäude besonderer Art und Nutzung (Sonderbau: Krankenhaus, Seniorenheim, Stadion etc.) handelt.

Brandschutzordnung

Eine Brandschutzordnung beinhalten Vorgaben zum Verhalten von Personen im Brandfall. Hierbei wird zwischen den Teilen A, B und C unterschieden. Teil A richtet sich vor allem an Besucher des Gebäudes. Teil B richtet sich an Personen, die sich regelmäßig im Gebäude aufhalten und Mitarbeiter ohne besondere Brandschutzaufgabe. Teil C an Personen und Mitarbeiter mit besonderer Brandschutzaufgabe (Brandschutzhelfer, Brandschutzbeauftragter etc.).

E

Einweisung

Eine arbeitsplatzbezogene Einweisung ist Teil der Unterweisung. Beginnt ein Arbeitnehmer eine Arbeit an einer neuen oder geänderten Anlage oder Maschine, muss er vor Ort in die Besonderheiten und die Bedienung dieser unterrichtet werden.

Entstehungsbrand

Entstehungsbrände sind Brände, von denen eine geringe Rauch- und Wärmeentwicklung ausgehen und man sich gefahrlos bei freier Sicht dem Brandherd annähern kann. Entstehungsbrände bekämpft man am besten mit einem nahegelegenen, geeigneten Feuerlöscher.

Evakuierung

Eine Evakuierung ist die organisierte Verlegung von Menschen von einem gefährdeten Bereich in einen sicheren.

Evakuierungshelfer

Ein Evakuierungshelfer ist eine vom Unternehmer beauftragte Person, die im Falle eines Notfalls (Brand) besondere Aufgaben übernimmt. Hierzu zählen unter anderem die Koordination an Sammelplätzen und Kontrollen, ob der zugewiesene Bereich erfolgreich evakuiert wurde.

F

Fachkraft für Arbeitssicherheit

Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit ist nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) ein Berater, der den Arbeitgeber in sämtlichen Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes berät. Die gebräuchlichste Abkürzung ist SiFa. Eine SiFa nimmt eine Stabsposition ein und hat keine Weisungsbefugnis gegenüber Mitarbeitern. Die Tätigkeit als SiFa ist eine Beratende und Unterstützende. Die sicherheitstechnische Betreuung kann entweder durch eine eigene SiFa oder durch externe Dienstleister sichergestellt werden.

Feuerwehrplan

Ein Feuerwehrplan dient Einsatzkräften zur schnellen Orientierung im Gebäude und weist die Rettungskräfte auf Angriffswege und potentielle Gefahrstellen hin.

Flucht- und Rettungsplan

Ein Flucht- und Rettungsplan ist ein Plan, auf dem der Gebäudegrundriss abgebildet ist und man sich schnell einen Überblick über Fluchtwege zum nächstgelegenen Notausgang und Erste-Hilfe Einrichtungen sowie Brandschutzeinrichtungen wie vorhandene Feuerlöscher verschaffen kann.

G

Gefahr

Eine Gefahr kann alles sein, was zu einem Gesundheitsschaden führen kann. Hierzu zählen Arbeitsmittel, Arbeitsgeräte, Gefahrstoffe, aber auch Arbeitsweisen und -praktiken.

Gefährdung

Eine Gefährdung beschreibt das Vorhandensein einer Situation oder eines Zustandes, bei der/dem die Möglichkeit des Eintritts eines Gesundheitsschadens besteht. Erst, wenn Mensch und Gefährdung zeitlich und räumlich aufeinandertreffen, kann es zu einem Schaden kommen.

Gefährdungsbeurteilung

Laut Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist jeder Arbeitgeber dafür verantwortlich, dass der Arbeits- und Gesundheitsschutz im Unternehmen gewährleistet ist.  Um dies umzusetzen, muss bekannt sein, welche Gefährdungen es im Betrieb gibt und diese müssen im Anschluss bewertet und Maßnahmen abgeleitet werden. Es muss ebenfalls kontrolliert werden, ob getroffene Maßnahmen das gewünschte Ziel erreichen. Die Ergebnisse dieser Beurteilung müssen dokumentiert werden. Diesen Prozess nennt man Gefährdungsbeurteilung.

N

Notfall- und Alarmplan

Der Notfall- und Alarmplan fasst für die Mitarbeiter wichtige Rufnummern, Verhalten bei Unfällen, sowie das Verhalten bei Bränden zusammen.

R

Räumung

Eine Räumung ist das ungeplante, kurzfristige Verlassen eines Gebäudes bei akuter Gefahr (Brand, etc.)

S

Sicherheitsbeauftragter

Ein Sicherheitsbeauftragter ist ein Mitarbeiter, der schriftlich bestellt wurde und soll Unternehmer, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt und Kollegen dahingehend unterstützen, dass arbeitsbedingte Gefahren vermieden werden. Rechtsgrundlage eines Sicherheitsbeauftragten ist das Siebte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB VII).

Sicherheitsbegehung

Eine Sicherheitsbegehung ist ein wichtiger Teil der Gefährdungsbeurteilung und beschreibt die Pflicht des Arbeitgebers gemäß Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), seinen Betrieb regelmäßig zu begehen und dabei seine getroffenen Schutzmaßnahmen zu kontrollieren und eventuelle, noch nicht betrachtete Gefährdungen aufzuzeigen.

Sicherheitsingenieur

Sicherheitsingenieur darf sich nennen, wer berechtigt ist, den Titel „Ingenieur“ zu tragen, eine sicherheitstechnische Fachkunde (Fachkraft für Arbeitssicherheit) nachweisen kann und mindestens zwei Jahre als Ingenieur tätig war. Es bedarf keiner gesonderten Erlaubnis, sich Sicherheitsingenieur zu nennen.

SiGeKo

Ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo) ist immer dann zu bestellen, wenn mehrere Gewerke auf einer Baustelle zusammenarbeiten. Er hat die Maßnahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festzulegen, zu koordinieren und deren Einhaltung zu überprüfen. Rechtsgrundlage ist die Baustellenverordnung (BaustellV) sowie die Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen (RAB)

U

Unfall

Ein Unfall ist nach der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ein Ereignis, bei dem eine Person einen körperlichen Schaden erleidet. Hierbei gilt es zu beachten, dass dieser Schaden zeitlich begrenzt und von außen auf den Körper eingewirkt haben muss. Passiert dies während einer versicherten Tätigkeit oder auf dem Weg von oder zur Arbeit, spricht man von einem Arbeitsunfall/Wegeunfall.

Unterweisung

Der Arbeitgeber ist nach Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) dazu verpflichtet, seine Beschäftigten regelmäßig und für den Beschäftigten verständlich zu unterweisen. Dabei liegt der Fokus auf der Vermittlung sicherer Arbeitsweisen und sicherem Verhalten. Der Unterweiser muss weisungsbefugt sein, weshalb eine Unterweisung idealerweise von einem Vorarbeiter für seine Gruppe oder dem Unternehmer selbst durchgeführt wird.

W

Wegeunfall

Ein Wegeunfall ist ein Unfall, den eine über die Berufsgenossenschaft versicherte Person (=Mitarbeiter) während dem Weg von zu Hause zur Arbeit oder umgekehrt erleidet.